Am gestrigen Donnerstag hat der Deutsche Apothekertag in Düsseldorf begonnen. Hauptsächlich werden die Themen „Rabattverträge“ und „Versandhandel“ diskutiert.
Teilnehmen werden 250 Delegierte aus Apothekenkammern und –verbänden sowie 700 geladene Gäste, so die Ankündigungen des Präsidenten der Deutschen Apothekerverbände (ABDA), Heinz- Günter Wolf. Gleichzeitig findet traditionell die „Expopharm“, eine Apotheken- und Pharmamesse die bis zum 30 September geht, statt. Die Veranstalter erwarten, dass diese gleichzeitig von cirka 25.000 fachkundigen Bürgern besucht wird.
Gleich zu Beginn des Apothekertages, der unter dem Motto "Apotheke: Gesundheit in besten Händen" steht, warnte Wolf noch einmal vor dem Versandhandel, besonders mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Durch das Ausnutzen dieser Vertriebsform steigt das Risiko, das immer mehr Arzneimittelfälschungen den deutschen Markt erobern. Die geplanten Arzneimittelabholstellen in Drogerien könnten dieses Risiko sogar noch erhöhen, so Wolf. Außerdem ist die von Politik und Gesellschaft geforderte Fachberatung nur in Apotheken möglich.
Nach den Startschwierigkeiten, die zwischen den Herstellern und den Krankenkassen bei den Rabattverträgen aufgetreten sind, verlangte Herr Wolf von den Kassen, so einen Fehlschlag bei dem Übergang von den Rabattverträgen der ersten Generation auf die der zweiten zu vermeiden. Für Lieferengpässe der Hersteller dürfen nicht noch einmal Apotheken und Patienten büßen. Des Weiteren fordert er von den Krankenkassen mehr Durchsichtigkeit, wenn es darum geht, die Kostenersparnis der Rabattverträge offen zu legen.
Den wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung sehen die Apotheker nicht im Preis-, sondern im Qualitätswettbewerb. Sie legen ihr Hauptaugenmerk auf eine diskrete Beratung und arbeiten aktiv bei der Präventionspolitik mit. Da die rund 21.500 Apotheken in Deutschland werden jeden Tag von bis zu vier Millionen Menschen besucht. Über 144.000 Angestellte fertigen cirka zwanzig Millionen Rezepturen an und Kurierdienste liefern bis zu 250.000 Mal am Tag Arzneien an das Krankenbett. Wolf sieht deshalb das rote A als Zeichen für eine unabhängige Beratung.
Die Apotheker zählen auf die Hilfe der Bundesregierung, wenn es um den Erhalt der unabhängigen Versorgung mit Arzneimittel nahe am Wohnort geht. Wolf ist der Meinung, dass kein politischer Handlungsbedarf besteht, auch wenn börsenorientierte Kreise dies meinen. Hier geht es nur um Konzerninteressen, nicht aber um Patentinteressen. Europaweit gibt es rund 150.000 Apotheken, von denen nur knapp zehn Prozent Ketten angehören. Am Beispiel Norwegen kann man jedoch erkennen, dass eine Liberalisierung dramatische Auswirkungen auf den Arzneimittelmarkt hat.
Thema: www Apotheken-Nachrichten veröffentlich am Freitag, 28. September 2007
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