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Bayern, Nord- und Südtirol gegen Arzneimittelverkäufe im Internet und in Supermärkten

Besorgt nehmen Apotheker in Bayern sowie in Nord- und Südtirol zur Kenntnis, dass sich Arzneimittel in ganz Europa durch Deregulierungsmaßnahmen immer mehr in Konsumgüter verwandeln.

Friedemann Bachleitner-Hofmann, der Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes, beklagt außerdem, dass Arzneimittel zu Schnäppchen im Internet mutieren, zum Produktangebot von Supermärkten und zu Me-Too-Präparaten in Tankstellen bagatellisiert werden.

Der Bayerische Apothekerverband (BAV), die Landesgruppe Tirol des Österreichischen Apothekerverbandes sowie die Apothekerkammer der Provinz Bozen (Südtirol) haben sich aus diesem Grund zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Vor dem Hindergrund: Da Handelsketten keine nationalen Grenzen berücksichtigen, müssen sich Apotheker zusammenschließen und auch diese überschreiten. Nur so, können sie gemeinsam den Bedrohungen durch international agierenden Konzernen begegnen.

Gerhard Reichert, der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes, verdeutlichte am Beispiel von Norwegen, dass die Liberalisierung des Arzneimittelmarktes in Form von Apothekenketten für Krankenkassen und Patienten nicht erstrebenswert ist. In Norwegen sind nahezu alle Apotheken, seit der Liberalisierung 2001, in die Hände einer von drei in ganz Europa tätigen Pharmahandelskonzernen gefallen.

Weiterhin betont Reichert, dass die Preise der rezeptpflichtigen Arzneimittel dort jetzt höher liegen, als in den anderen skandinavischen Ländern. Auch die Preise für rezeptfreie Arzneimittel sind seitdem stark gestiegen. Gleichzeitig ist die objektive Arzneimittelberatung in den Apotheken von Norwegen zurückgegangen, da der Schwerpunkt auf konzerneigene Präparate gelegt wird. Daher sollten sowohl deutsche, als auch österreichische Kassen und Patienten vor solchen Zuständen bewahrt werden.

Die ersten Landapotheken in Südtirol sind jetzt schon gefährdet, seitdem die in Rom sitzende Zentralregierung 2006 den Verkauf von rezeptfreien Medikamenten außerhalb der Apotheke zugelassen hat. Die einzige Voraussetzung für den Verkauf, ist die Anwesenheit eines Apothekers, der allerdings als "Empfänger von Befehlen" nicht wirklich frei beraten kann. So die Meinung von Maximin Liebl, dem Präsidenten der Apothekerkammer der Provinz Bozen.

Die Vorstände der Verbände werden sich in Zukunft einmal im halben Jahr, abwechselnd in Innsbruck, Bozen und München treffen. Gemeinsame Probleme sollen dabei diskutiert und Konzepte verabredet werden. Mit dem Ziel, diese später den Gesundheitspolitikern und Medien vorzulegen, so der Landesgruppenobmann Tirol des Österreichischen Apothekerverbandes, Martin Hochstöger.

Thema: www Apotheken-Nachrichten veröffentlich am Freitag, 02. November 2007

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