Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme eignet sich zur lindernden Behandlung von Schmerzen und Juckreiz bei rezidivierendem Herpes labialis (häufig wiederkehrende durch Herpes-simplex-Viren verursachte Lippenbläschen).
In der Welt sind 85 Prozent aller Menschen mit dem Herpes-Virus infiziert. In Mitteleuropa tragen 19 von 20 Menschen den Erreger der Lippenbläschen in sich. Dabei zählt die Infektion mit den Herpes simplex-Viren zu den am häufigsten auftretenden Hautinfektionskrankheiten.
Die Erstinfektion mit dem Virus erfolgt meist bis zum fünften Lebensjahr. Dabei verläuft der erste Kontakt in den meisten Fällen unbemerkt und ohne Symptome. Der Virus wird durch Tröpfcheninfektion (z.B. Niesen, Husten), direktem Hautkontakt (z.B. Küssen) oder Schmierinfektion (z.B. Speichel) von anderen Kindern oder Erwachsenen übertragen. Die Ursache der Lippenbläschen ist das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV Typ 1).
Ein gesunder Mensch, mit einem starken Immunsystem, bildet innerhalb kürzester Zeit Antikörper gegen die Viren und verdrängt diese aus den oberflächlichen Schleimhäuten (z.B. Mundschleimhaut). Der Virus ist damit aber nicht verschwunden, sondern verbleibt als DNA in den Knoten der sensorischen Nerven. Diese „fühlenden“ Nerven leiten die Informationen von den Sinneszellen zum Gehirn und Rückenmarkt. In den Knoten als DNA getarnt, sind sie für das Immunsystem unsichtbar. Dort verbleiben sie als dauerhafter Begleiter stumm im Körper. Auf bestimmte Auslöser kommt es dann zu einer erneuten Virusvermehrung (Reinfektion), welche sicht- und fühlbar ist. In den meisten Fällen bricht das Herpesvirus im Erwachsenenalter aus.
Auslöser einer Reinfektion können sein:
• Starke Hautreizungen
• Sonnenbrand/ Verbrennungen
• Verletzungen
• Entzündung, zahnärztliche Behandlung
• Stress/ Überbelastung
• Hormonelle Faktoren (z.B. Schwangerschaft, Menstruation)
• Fieberhafte Infektionskrankheiten
• Tumorerkrankungen
Die ersten Krankheitszeichen von Lippenherpes sind Juckreiz und Spannungsgefühl. Kurze Zeit später entstehen kleine, nässende Bläschen. Diese bilden sich hauptsächlich an den Lippen und rund um den Mund. Eine Ausbreitung auf die übrige Gesichtshaut ist aber möglich (z.B. Wangen, Naseneingang, Ohrläppchen, Augen). Nach ungefähr 10 Tagen sind alle Lippenbläschen mit Schorf bedeckt. Bis dahin können sich auch andere mit dem Herpesvirus anstecken. Nach cirka weiteren 10 Tagen fällt die Kruste ab. Auch wenn jemand eine Infektion mit den Herpes simplex-Viren durchgemacht hat, bedeutet das keinen dauerhaften Schutz. Bei den meisten Menschen tritt die Krankheit wiederholt auf.
Aciclovir wirkt gegen Herpesviren, indem es die Ausbreitung der Viren hemmt. Zur Erreichung eines bestmöglichen Behandlungserfolges, sollte Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme schon bei den ersten Anzeichen einer Herpeserkrankung (Rötung, Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl) aufgetragen werden.
Hinweise: Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme darf nicht angewendet werden bei (allergischer) Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Aciclovir oder einen der sonstigen Bestandteile. Eine vorsichtige Anwendung des Arzneimittels ist erforderlich, beim Vorliegen einer schweren Störung der körpereigenen Immunabwehr. Der Arzt sollte vor Beginn der Behandlung darauf hingewiesen werden. Aciclovir ratiopharm Lippenherpescreme darf nicht auf Schleimhäute (z. B. in der Mundhöhle oder am Auge) auftragen werden, da es zu örtlichen Reizerscheinungen kommen kann. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet werden bzw. bis vor kurzem eingenommen/angewendet wurden, auch wenn es sich um nicht rezeptpflichtige Arzneimittel handelt. Bisher sind für Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme keine Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bekannt. Bei der Anwendung von Aciclovir in der Schwangerschaft, sind bisher keine nachteiligen Folgen für den Fötus sowie für das Neugeborene, auch bei Anwendung höherer Dosen und anderer Darreichungsformen, bekannt geworden. Bei Anwendung als Creme wird Aciclovir nicht in nennenswerter Menge in das Blut aufgenommen. Trotzdem ist bei der Anwendung in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Die Menge die ein Kind, nach Anwendung von Aciclovir ratiopharm Lippenherpescreme bei der Mutter, durch das Stillen aufnimmt, ist vernachlässigbar. Bisher sind keine nachteiligen Folgen für den Säugling bekannt geworden. Ein Abstillen oder eine Unterbrechung des Stillens während der Anwendung ist daher nicht notwendig. Der in Aciclovir ratiopharm Lippenherpescreme verwendete sonstige Bestandteil Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen. Der sonstige Bestandteil Cetylstearylalkohol kann örtlich begrenzte Hautreaktionen (z. B. Kontaktdermatitis) verursachen.
Nebenwirkungen: Vorübergehend kann es bei der Anwendung von Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme zu Brennen oder Stechen auf den behandelten Hautabschnitten kommen. Häufig wird Rötung, Eintrocknung, Juckreiz und Abschuppung der mit Aciclovir ratiopharm Lippenherpescreme behandelten Haut beobachtet. In seltenen Fällen kann nach Anwendung der Creme gegen Lippenherpes eine Kontaktdermatitis auftreten. Bei allergologischen Untersuchungen, wurden in den meisten Fällen die Hilfsstoffe der Creme-Grundlage und nicht der Wirkstoff Aciclovir als Ursache festgestellt. Eine Kontaktdermatitis ist daran zu erkennen, dass die genannten Nebenwirkungen verstärkt auftreten und über die mit der Creme behandelten Hautabschnitte hinausgehen. In diesen Fällen ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn eine der genannten Nebenwirkungen den Alltag erheblich beeinträchtigt oder Nebenwirkungen auftreten, die nicht in der Gebrauchsinformation aufgeführt sind.
Aciclovir ratiopharm Lippenherpescreme ist rezeptfrei in der Apotheke und Versandapotheke erhältlich.
Thema: Mund-Rachen-Zahn veröffentlich am Freitag, 29. Februar 2008
apotheke-medikamente.info ist keine Apotheke. Sie sollten Informationen von apotheke-medikamente.info niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Nehmen Sie niemals Medikamente ohne Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein! Generell gilt: Für Fragen zu Arzneimitteln, Risiken und Nebenwirkungen kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.