Die Bundesregierung will gegen Arzneimittelfälscher effektiv durchgreifen. Auslöser für diese Debatte ist der jüngste Skandal, bei dem in China vermutlich Heparin (ein Blutverdünnungsmittel) absichtlich verunreinigt bzw. gestreckt wurde.
In den Vereinigten Staaten werden damit mehr als 80 Todesfälle in Verbindung gebracht. Wegen des Verdachts der Verunreinigung wurden auch in Deutschland Heparin-Produkte vom Markt genommen (wir berichteten). Aufgrund dieser Entwicklung, denkt man jetzt in Berlin darüber nach, die 15. Novelle des Arzneimittelgesetzes zu verschärfen.
Im Bundesgesundheitsministerium diskutieren Experten darüber, in Zukunft schon die Fälschung von Ausgangsmaterialien für Arzneimittel (Wirkstoffe) zu bestrafen. Außerdem soll die Justiz auch dann aktiv werden, wenn Deutschland nur als Durchgangsland für derartige Stoffe oder komplette Arzneimittelfälschungen diene.
Dagegen bekräftigte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) erneut seine Forderung nach Einführung so genannter 2D-Bar-Codes. Diese Codes ermöglichen eine Herkunftskontrolle der Medikamentenpackung. Ist der Code unbekannt oder bereits vergeben, löse das System Alarm aus.
Thema: www Medikamente-Nachrichten veröffentlich am Dienstag, 29. April 2008
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