Limptar N Filmtabletten werden angewendet zur Vorbeugung und Behandlung nächtlicher Wadenkrämpfe.
Nicht nur Sportler leiden an Muskelschmerzen oder gar Muskelkrämpfen. In Deutschland ist fast jeder Zweite regelmäßig davon betroffen und das mit steigender Tendenz. Darüber hinaus erhöht sich die Anfälligkeit für Wadenkrämpfe mit steigendem Lebensalter.
Dabei sind Muskelkrämpfe und Muskelschmerzen an sich keine Erkrankung, sondern eher ein Symptom. Die Beschwerden treten bei 25 Prozent aller Betroffenen ohne erkennbaren Grund auf. In vielen Fällen werden sie aber durch Krankheiten an Muskeln oder Nerven, Stoffwechselstörungen (wie z.B. Diabetes) und hauptsächlich durch ungenügende Durchblutung verursacht. Aber auch der starke Konsum von Alkohol und Tabak, Überanstrengungen, Übermüdung, die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Infektionen und ein Mineralienmangel können Muskelkrämpfe hervorrufen.
Alle Muskeln bestehen aus einer Fülle von Muskelfasern, welche mit dünnen Nerven verbunden sind. Über diese Nerven transportiert das Gehirn einen Reiz, der bei einer willkürlichen Muskelbewegung ausgelöst wird. Dieser Anreiz führt wiederum dazu, dass die Muskelfasern angeregt werden, sich zusammen zu ziehen. Das gemeinsame Zusammenziehen der einzelnen Fasern führt zur Anspannung des gesamten Muskels. Dagegen tritt bei einem Krampf ein spontaner Nervenreiz auf, der vom Muskel anfangs teilweise und später ganz mit besonders schmerzhaftem Zusammenziehen beantwortet wird. Ein Muskelkrampf kann durch gymnastische Maßnahmen gelöst oder durch geeignete Mittel (z.B. Limptar N) gehemmt werden.
Unabhängig vom Auslöser der Muskelkrämpfe, soll eine Behandlung direkt da ansetzen, wo die Krämpfe entstehen, an den Nahtstellen zwischen Nerven und Muskelfasern. Genau an dieser Stelle setzt die Wirkung von Chinin ein. Die Natursubstanz wird aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen. Nach der Entdeckung der Substanz wurde es zuerst als fiebersenkendes Mittel eingesetzt. Später stellte man fest, dass Chinin auch über eine stark krampflösende Wirkung verfügt, die bis in die heutige Zeit genutzt wird. Dessen bekannte Wirkung auf Muskeln und Nerven ermöglicht heute die Therapie von Muskelschmerzen und -krämpfen unterschiedlichster Art.
Der in Limptar N enthaltene Wirkstoff, Chininsulfat, entfaltet seine Wirkung an den dünnen Nerven genauso, wie an den Muskelfasern selbst. Er mindert die Reizübertragung von Nerven auf den Muskel und verringert auf der anderen Seite die Aufnahmefähigkeit der Muskelzellen für diese Reize. Dieser Zweifach-Effekt macht Limptar N lang anhaltend wirksam.
Die Eigenschaften von Limptar N im Überblick:
• krampflösende und schmerzlindernde Eigenschaften
• mindert die Anzahl nächtlicher Wadenkrämpfe
• reduzierte die Schmerzintensität
• entspannt die betroffenen Muskelareale
• hohe Wirksamkeit durch den Wirkstoff Chinin (Die gesteigerte Erregbarkeit am Muskel und an den Nahtstellen von Muskeln und Nerven werden gemindert.)
• gute Verträglichkeit und ohne müde machenden Effekt
Treten Muskelkrämpfe und -schmerzen häufig auf, sollte rechtzeitig ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird untersuchen, ob sich dahinter nicht eine ernstzunehmende Erkrankung verbirgt.
Hinweise: Limptar N darf nicht eingenommen werden bei bekannter (allergischer) Überempfindlichkeit gegen Chininsulfat oder einen der sonstigen Bestandteile. Eine Einnahme darf auch nicht erfolgen bei einer bestehenden Schwangerschaft und beim Vorliegen von angeborenen oder erworbenen Herzrhythmusstörungen. Insbesondere wenn diese mit einer Verlangsamung des Herzschlags einhergehen oder, wenn andere Arzneimittel eingenommen werden müssen, die die Entstehung von Herzrhythmusstörungen begünstigen können. Weiterhin darf Limptar N nicht bei den sehr seltenen Erkrankungen Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel (Symptom: hämolytische Anämie) und Myasthenia gravis (Muskelschwäche) eingenommen werden, ebenso nicht bei bekannten Ohrgeräuschen (Klingen in den Ohren; Tinnitus) und Vorschädigungen des Sehnervs. Bei Störungen des Salzhaushaltes (z.B. Verminderung von Kalium im Blut) etwa durch Erbrechen, Durchfall oder Medikamente sind ebenso wie bei Veränderungen der anderen eingenommenen Arzneimittel entsprechende EKG-Kontrollen und ggf. Blutuntersuchungen durchzuführen. Eine Untersuchung (einschließlich EKG) des Patienten sollte erfolgen, wenn es unter der Behandlung mit Limptar N zum Auftreten von Herzstolpern, Schwindel oder Ohnmachtzuständen (die Zeichen für Herzrhythmusstörungen sein können) kommt. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn andere Arzneimittel eingenommen werden bzw. vor kurzem eingenommen wurden, auch wenn es sich um nicht rezeptpflichtige Arzneimittel handelt. Der Wirkstoff Chinin kann die Wirkung von Digitalis-Präparaten, Muskelrelaxanzien (muskelentspannende Arzneimittel) und Antikoagulanzien (Hemmern der Blutgerinnung) verstärken. Antazida (Al-, Mg-haltige Arzneimittel zur Neutralisation der Magensäure) können die Chinin-Resorption verringern, mit anderen Chinin-haltigen Arzneimitteln (Antimalariamedikamenten, Mittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) kann es zur gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen, harnalkalisierende Mittel können die Chinin-Ausscheidung verzögern. Andere Arzneimittel, die von sich aus häufiger zu unerwünschten Herzrhythmusstörungen führen können, dürfen nicht zusammen mit Limptar N eingenommen werden. Dabei handelt es sich um bestimmte Arzneimittel, wie: einige Antibiotika (einige Makrolid-Antibiotika, Fluorchinolone, Imidazol-Antimykotika), einige Antimalariamittel, einige Arzneimittel zur Chemotherapie bei Tumorerkrankungen (z.B. Arsentrioxid), einige Arzneimittel zur Behandlung von allergischen Erkrankungen (einige nicht-sedierende Antihistaminika, wie z.B. Terfenadin, Ebastin), einige starke Schmerzmittel vom Opioidtyp (z.B. Methadon) sowie Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der Klasse Ia und III) und zur Behandlung psychischer Erkrankungen (Neuroleptika, tri- und tetrazyklische Antidepressiva). Wird Limptar N während der Schwangerschaft eingenommen, kann der Wirkstoff Chinin in hohen Dosen schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen verursachen. Deshalb darf Limptar N in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Da der Wirkstoff von Limptar N (Chinin) in die Muttermilch übergeht, ist das Arzneimittel während der Stillzeit nicht einzunehmen. Generell gilt in der Schwangerschaft und Stillzeit: Vor der Einnahme /Anwendung von allen Arzneimitteln ist der Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen. Beim Bedienen von Maschinen und dem Führen von Kraftfahrzeugen sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Nebenwirkungen: Unter der Einnahme von Limptar N kann es sehr selten zu Magen-Darm-Störungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen. Chinin kann in Einzelfällen Ohrensausen, Schwindel und Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Hautreaktionen (Juckreiz, Hautausschläge), Arzneimittelfieber, zum Teil mit Blutbildveränderungen, Atemnot (Bronchospasmen) und Leberfunktionsstörungen verursachen. In sehr seltenen Fällen kann es zum Auftreten kleinster Blutungen (thrombozytopenische Purpura) mit Blutergüssen oder Petechien kommen. Dies ist ein Anzeichen für eine besondere allergische Empfindsamkeit auf Chinin (die dann auch für chininhaltige Lebensmittel gilt), die von der ursprünglichen Chinindosis nicht abhängig ist. Diese wiederum kann äußerst selten mit disseminierter intravaskulärer Gerinnung (DIC, Gerinnungsstörung) oder Nierenversagen einhergehen. Nach Absetzen der Einnahme von Chinin bilden sich die Blutergüsse wieder zurück. Das Arzneimittel ist abzusetzen, falls Klingen in den Ohren, Hör- und Sehstörungen sowie Hautausschlag auftreten. Nebenwirkungen können insbesondere bei Überdosierung bzw. individueller Überempfindlichkeit auftreten. Der Arzt oder Apotheker ist zu kontaktieren, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen das tägliche Leben beeinträchtigt oder Nebenwirkungen bemerkt werden, die nicht in der Gebrauchsinformation aufgeführt sind.
Limptar N Filmtabletten sind in der Apotheke und Versandapotheke erhältlich.
Thema: Gelenke-Muskeln veröffentlich am Donnerstag, 08. Mai 2008
apotheke-medikamente.info ist keine Apotheke. Sie sollten Informationen von apotheke-medikamente.info niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Nehmen Sie niemals Medikamente ohne Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein! Generell gilt: Für Fragen zu Arzneimitteln, Risiken und Nebenwirkungen kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.