Der Spargel (Asparagus), ein Frühlingsgemüse, wird in Deutschland von Mitte April bis Ende Juni geerntet und gilt als Delikatesse. Der Spargel schmeckt aber nicht nur gut, er enthält auch wertvolle Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Da er zudem aus etwa 95 Prozent Wasser besteht und nur wenige Kalorien besitzt, wird er umgangssprachlich auch als „Schlankgemüse“ bezeichnet. Aber ist er deswegen gleich ein Wundermittel?
Angeblich kannten sogar schon die alten Ägypter den Spargel. Wenn die Überlieferungen stimmen, wurde das Gemüse sogar als wichtige Grabbeilage geschätzt. Heute ist diese Angabe aber sehr umstritten. Daher scheint es wahrscheinlicher, dass es die Griechen waren, die den Spargel entdeckten. Sie gaben ihm den Namen asparagos, der nicht Gesäte. Vor mehr als 2000 Jahren wurde der Spargel aber nicht nur als delikates Gemüse geschätzt, sondern auch als Naturheilmittel. Die ersten Dokumente stammen von dem Arzt des Altertums Hippokrates de Kos, der dem Sprossengemüse eine sättigende Eigenschaft zuordnete. Zu dieser Zeit kam der Spargel aber bei vielen Beschwerden zur Anwendung. Dazu gehörten beispielsweise: Rheuma, Zahnschmerzen, Behandlung von Bienenstichen.
Aber erst die Römer begannen, den Spargel zu kultivierten. Zu dieser Zeit war das feine Gemüse in der gehobenen Gesellschaft eine geschätzte Delikatesse bei allen römischen Feiern. Mit dem Untergang des römischen Reiches geriet der Spargel für eine lange Zeit in Vergessenheit. Ab diesem Zeitpunkt wurde er nur noch hinter Klostermauern, wegen seiner harntreibenden sowie blutreinigenden Wirkung angebaut.
Erst der französische Sonnenkönig verhalf der Delikatesse im 17. Jahrhundert zu neuem Ruhm. Er brachte ihn als wohlschmeckendes Gemüse auf die Teller der vornehmen Gesellschaft zurück. Ludwig XIV gab ihm den Namen asperge (franz.: Spargel). Seit dieser Zeit gehört Spargel zu den feinsten und wohlschmeckensten Gemüsesorten. Dagegen erhielt das Volk nur dann Spargel, wenn es über Magen- und Nierenbeschwerden klagte.
Wie viel Wahrheit und Dichtung aber hinter den weit gefächerten Geschichten steckt, kann nicht mehr konkret belegt werden. Daher sind die Angaben mit großer Vorsicht und Vernunft zu betrachten. Als Allheilmittel sollte der Spargel somit nicht betrachtet werden, aber er ist und bleibt eine Delikatesse.
Als solche wurde der Spargel in Deutschland zum ersten Mal 1565 im Stuttgarter Lustgarten kultiviert. Zu Beginn konzentrierte man sich zuerst auf den grünen Spargel, erst Jahre später rückte der weiße Spargel in den Mittelpunkt. Auch in dieser Zeit profitierten zunächst nur die Königs- und Fürstenhäuser von dem Geschmack des Luxusgemüses. Erst einige Jahre später war er auch für den einfachen Bürger erschwinglich. Dabei stammen die heute bekannten Spargelsorten allen vom Wild Spargel ab, welcher hauptsächlich in Südeuropa wächst.
Aber in letzter Zeit wurde der Wildspargel nicht wegen seinem guten Geschmack, sondern wegen seiner angeblichen Wunderwirkung, als Schlankmacher neu entdeckt. Richtig ist, dass der Spargel als Nahrungsmittel über gesundheitsfördernde Bestandteile verfügt. Bisher konnte jedoch noch in keiner bedeutenden Studie nachgewiesen werden, dass die Inhaltsstoffe tatsächlich über eine gewichtsreduzierende und hautstraffende Wirkung verfügen.
Dagegen sind die Inhaltsstoffe des Spargels (Botanischer Name: Asparagus officinalis) bekannt. Auch wenn er sehr energiearm ist, verfügt er über viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Dazu gehören: A, C, B-Vitamine, Eisen, Kalium, Kalzium, Phophor, Jod, Flavone und Saponine. Ebenso enthält er eine spezielle Aminosäure - Asparagin. Darüber hinaus ist der grüne Spargel reich an Chloropyll. Beim Genuss von Spargel sollten Menschen mit Neigung zu Nierensteinen, chronischen Nierenleiden oder Gicht besonders vorsichtig sein, da sich der hohe Puringehalt diesbezüglich ungünstig auswirken kann.
Bekannt ist der Spargel vor allem in seinen drei Varianten: Grün, violett und weiß. Außerdem gibt es den aus dem Mittelmeerraum stammenden Wild-Spargel.
Grüner Spargel
Die Spargelpflanze wächst oberirdisch unter voller Lichteinwirkung und verfärbt sich dadurch auf der gesamten Länge grün. Durch seinen erhöhten Anteil ab Blattgrün verfügt er über einen intensiv würzigen Geschmack. Der Grüne Spargel wird über dem Boden geerntet und ist von Natur aus zarter. Er wird entweder gar nicht oder nur am unteren Ende der Stange geschält, wodurch mehr Vitamine erhalten bleiben.
Violetter Spargel
Der Spargelkopf besitzt eine rosa bis violette Färbung. Dagegen ist die Spargelstange an vielen Stellen weiß gefärbt. Die typische Farbton der Spargelspitzen entsteht dann, wenn er nur kurz dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Das heißt, er wird erst dann gestochen, wenn der Kopf die Oberfläche schon leicht durchstoßen hat. Der Geschmack des violetten Spargels ist intensiv. Er muss wie der weiße Spargel geschält werden.
Weißer Spargel
Der weiße Spargel erhält seine Farbe dadurch, weil er nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt ist und bereits unter der Erde gestochen wird. Würde er über der Erde wachsen, verfärbt auch er sich entweder violett oder grün. Weißer Spargel hat einen besonders milden Geschmack. Er muss komplett geschält werden, wobei die harten Enden des Spargels abzuschneiden sind. Dabei wird der weiße Spargel bevorzugt in Deutschland verzehrt.
Wildspargel
Der wilde Spargel wächst rund um das Mittelmeer und ist ganz dem Sonnenlicht ausgesetzt.
Seine Stangen sind grün und dünn. Wild Spargel verfügt über einen kräftigen aromatischen Geschmack, viel intensiver als beim grünen Spargel. Er muss nicht geschält, sondern nur gewaschen werden. Die Stielenden sind abzuschneiden.
Spargel als Nahrungsmittel ist etwas Besonderes und seine Bestimmung als delikates Gemüse hat sich bis heute gehalten.
Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Freitag, 09. Mai 2008
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