Die Deutsche Angestellten-Krankenkassen (DAK) wertete sechs kasseneigene Hausarztverträge aus und kam zu dem Entschluss, dass die Leistungsausgaben in der hausarztzentrierten Versorgung viel höher liegen, als vermutet.
In die Auswertung flossen Hausarztverträge ein, die seit 2004 in fünf Regionen geschlossen wurden. Die daraus resultierende Kosten- und Wirtschaftlichkeitsbilanz offenbarte, dass die Kosten für die Versorgung pro Versicherten und Jahr um etwa 28,88 Euro höher liegen als in einer Vergleichsgruppe. Diese Daten legte Herbert Rebscher, DAK-Chef, in Bamberg vor dem „Gesundheits-Forum 2008“ vor
Des Weiteren erklärte der DAK-Chef, dass auch bei der Arzneimitteltherapie keine Abweichungen bezüglich Wirkstoffen und Leitlinienkonformität feststellbar seien. Nur bei den Gesundheitsuntersuchungen ergab sich eine höhere Beteiligung, diese sei aber aufgrund der Vorgaben zu erwarten gewesen, so Rebscher. Unter Einbeziehung der Mehrausgaben (27 Euro höhere Arzthonorare) und Mindereinnahmen (Befreiung von der Praxisgebühr in Höhe von 30 Euro) ergaben sich Zusatzkosten der DAK für eine Millionen eingeschriebene Versicherte in Höhe von cirka 81 Millionen Euro.
Darüber hinaus mache die Notwendigkeit einer hausarztzentrierten Versorgung keinen Sinn, da dreiviertel der Versicherten (meist mehrfach) in einem Jahr einen Arzt aufsuchen und zu anderen Ärzte nur mit einer Überweisung gehen, so die Aussage des DAK-Chefs. Die restlichen einviertel Patienten, suchen von sich aus einen für ihr Problem richtigen Spezialisten auf.
Herbert Rebscher stützt seine Aussagen auf die Daten einer wissenschaftlichen Analyse des AQUA-Instituts für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, Göttingen. Gegenstand sind die Steuerungs- beziehungsweise Lotsenfunktionen des Hausarztes sowie die Qualität und Wirtschaftlichkeit einer hausarztzentrierten Versorgung.
Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Dienstag, 13. Mai 2008
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