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Drastischer Ausgabenanstieg / Zunahme der Verordnungsmengen

Nach Angaben der Gmünder Ersatzkasse (GEK) ergab sich ein Anstieg ihrer 2007 getätigten Arzneimittelausgaben von 9,8 Prozent (von 383 auf 421 Millionen Euro). Wie der am 24. Juni in Berlin präsentierte „GEK-Arzneimittel-Report“ zeigte, lagen die Ausgaben für jeden Versicherten um 8,1 Prozent höher als 2006.

Professor Gerd Glaeske, der Leiter der Studie, schätzte die Einsparmöglichkeit der GEK auf etwa 28 Millionen Euro oder 7 Prozent. Davon 12,3 Millionen Euro bei so genannten Me-Too-Präparaten, 12,1 Millionen Euro im Generikabereich und vier Millionen Euro über Reimporte.

Der drastische Ausgabenanstieg sei aber nur zu einem kleinen Teil auf die Mehrwertssteuererhöhung zurückzuführen und zwar zu etwa 2,5 Prozent, erklärte Glaeske. Das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen stellte zudem fest, dass es zu einer starken Zunahme der Verordnungsmengen bei gleichzeitig geringerem Anstieg der Packungsmengen kam. Dies bedeute, dass die Ärzte vermehrt Großpackungen verordnet hätten.

Der GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker sprach sich angesichts der Ausgabenentwicklung für effektive Bemühungen zur Begrenzung der Kosten aus: „Wir brauchen schnellstens die umfassende Kosten-Nutzen-Bewertung neuer Arzneimittel. Außerdem müssen wir prüfen, ob Rabattverträge nicht langfristig das Festbetragssystem aushöhlen.“ Schlenker verteidigte auch den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Die GEK übte außerdem Kritik an der oft "unnötigen" Verordnung von Antibiotika bei Kindern. Die Verordnungsraten bei Kindern betragen 80 Prozent. Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Antibiotikaresistenz sei dieses Vorgehen höchst fragwürdig. Nahezu 20 Prozent aller verordneten Antibiotika fallen auf Kinder. Ebenso zeigten die Verordnungen von Psychostimulantien zur Behandlung des Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS) bei 11 bis 14-Jährigen Auffälligkeiten.

Thema: www Medikamente-Nachrichten veröffentlich am Mittwoch, 25. Juni 2008

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