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STIKO: Impfempfehlungen wurden erweitert

Auf dem Gebiet der Medizin gehören Impfungen zu den wirksamen und wichtigen Vorsorgemaßnahmen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (kurz: STIKO), stellte im neuesten Epidemiologischen Bulletin (30/2008) ihre aktuellen Impfempfehlungen vor.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker, äußerte: „Die Möglichkeiten für Schutzimpfungen werden noch nicht ausreichend genutzt“. Daher ist die kürzlich beschlossene „Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit“ von hoher Wichtigkeit. In diesem Papier wurden auch die Maßnahmen zur Erhöhung der Durchimpfungsrate bei Kindern und Jugendlichen festgehalten.

Aus der Kindergesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts (KiGGS) geht hervor, dass viele Kinder nicht zeitgemäß geimpft sind. Die Studie ergab zum Beispiel, dass nur etwa 60 Prozent der Kinder im Alter von 2 Jahren, zweimal gegen Masern geimpft wurden. Die STIKO-Empfehlung sieht jedoch vor, dass die Masernschutzimpfung mit zwei Dosen bis zum 23. Lebensmonat beendet sein sollte. Daher sei die neue Kinderuntersuchung „U7a“ zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat ein wichtiger Fortschritt. Mit der U7a soll in Zukunft der Impfstatus beim Übergang vom Kleinkind zum Kindergartenkind bewertet werden. Gleichzeitig wird der nächst folgende Impftermin im Vorsorgeheft festgehalten.

Dabei hat die STIKO die aktuellen Empfehlungen diesmal nur minimal angepasst. So wird für die Durchführung einer so genannten Riegelungsimpfung gegen die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ein anderer Impfstoff-Typ empfohlen. Dieser Impftyp wird bei Einschleppung des Polovirus nach Deutschland und einer gleichzeitigen Übertragung auf eine weitere Person notwendig. Bei Eintreten dieses Falles, soll zukünftig eine Inaktivierte Poliomyelitits-Vakzine (IPV) verwendet werden. Dieser IPV-Impfstoff enthält abgetötete Viren. Außerdem erfolgte eine Anpassung der bisherigen FSME-Risikogebiete (incl. Impfempfehlung) an die neue im April veröffentlichte FSME-Risikokarte des Robert Koch-Instituts.

Die Mitglieder der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut werden alle 3 Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit im Benehmen mit den obersten Landesgesundheitsbehörden neu berufen. Seit dem November 2007 ist Professor Dr. Dr. Friedrich Hofmann von der Universität Wuppertal, der neue Vorsitzende. Vertreten wird er von Prof. Dr. Ulrich Heininger (Basel). Im Internet sind verschiedene Informationen über die STIKO-Mitglieder abrufbar.

Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Dienstag, 29. Juli 2008

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