Talcid Kautabletten eignen sich zur symptomatischen Behandlung von Erkrankungen, bei denen die Magensäure gebunden werden soll. Dazu gehören: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni), Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden.
Etwa 20 Millionen Menschen leiden in Deutschland regelmäßig unter Magenbeschwerden. Im Normalfall ist der Körper in der Lage, die für die Verdauung erforderliche Säuremenge selbst zu regulieren. Oft wird der Magen aber durch falsche Ernährung und/oder psychische Belastungen aus dem Gleichgewicht gebracht. In diesen Fällen setzt er besonders viel Magensäure frei.
Die Magensäure ist eine stark saure Flüssigkeit, welche hauptsächlich aus Salzsäure und Pepsin besteht. Jeden Tag produziert der Magen davon cirka 2 bis 3 Liter. Sie wird dem im Magen befindlichen Nahrungsbrei beigemischt, um diesen zu verdauen. Darüber hinaus ist es ihre Aufgabe, die vielen Krankheitserreger, welche mit der Nahrung aufgenommen werden, unschädlich zu machen.
Damit die starke Säure nicht die Magenwand angreift und beschädigt, ist diese mit einer Schutzschicht der so genannten Magenschleimhaut bedeckt. Ebenso wird der Zugang zur Speiseröhre und zum Zwölffingerdarm mit kräftigen Muskeln verschlossen. Die Schließmuskeln verhindern, dass der Nahrungsbrei in die falsche Richtung fließt, da dieser von der Speiseröhre in den Magen und vom Magen in den Dünndarm gelangen soll und nicht umgekehrt.
In der Regel wird die Magensäure in der Magenschleimhaut während der Nachtruhe gebildet und dort gesammelt. Am Tag wird sie abhängig vom Bedarf in den Magen abgesondert. Dabei ist die Menge der freigesetzten Säure von vielen Einflussfaktoren abhängig. So wird zum Beispiel vermehrt Magensäure durch reichhaltige Speisen, aber auch durch Stress und Hektik ausgeschüttet.
Wird das ausgeklügelte Gleichgewicht durch Nahrungsmittel, Genussmittel, Nervosität, Stress, bestimmte Medikamente etc. gestört, können Beschwerden in Verbindung mit der Magensäure auftreten. Besonders häufig treten Sodbrennen und (säurebedingte) Magenbeschwerden auf.
- Sodbrennen
Betroffene beschreiben die Symptome als brennende, stechende Schmerzen im Hals und hinter dem Brustbein. Die Ursache dieser Beschwerden ist der saure Nahrungsbrei, welcher in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhaut reizt. Der Hauptgrund dafür ist, dass der Schließmuskel die Öffnungen zum Magen und zur Speiseröhre nur unzureichend abdichtet. Dabei kommt es häufig 2 Stunden nach dem Essen oder beim Liegen zu Sodbrennen, da die Magensäure in dieser Position leichter in die Speiseröhre zurückfließen kann. Das führt dann zum so genannten sauren Aufstoßen.
- Magenbeschwerden
Säurebedingte Magenbeschwerden entstehen dann, wenn die Abläufe des Magen-Darm-Traktes aus dem Gleichgewicht geraten. In diesem Fall wird die Magenschleimhaut nicht mehr vor der Einwirkung der Magensäure bewahrt, da die schützenden Stoffe (Prostaglandine) geschwächt werden oder die Magenzellen zuviel Säure bilden. Dies führt zu Schmerzen im Oberbauchbereich, Magendruck und Sodbrennen. Gleichzeitig kann durch die aggressive Magensäure auch die Magenwand gereizt werden.
Talcid kann zu einer raschen Linderung und schnellen Besserung der Beschwerden führen. Da der in Talcid enthaltene Wirkstoff (1 Kautablette enthält 500 mg Hydrotalcit) die überschüssige Magensäure neutralisiert, welche über eine schädigende Wirkung auf die Magenschleimhäute verfügt. Darüber hinaus regt Talcid die Durchblutung der Magenschleimhaut an, wodurch deren Schäden gemindert und dadurch die körpereigene Schutzbarriere gestärkt wird.
Da wiederholt auftretende und über einen längeren Zeitraum anhaltende Magenbeschwerden auch durch eine ernsthafte Erkrankung ausgelöst werden können, darf Talcid ohne ärztliche Kontrolle nicht länger als 14 Tage zur Anwendung kommen. Der Arzt ist umgehend aufzusuchen, wenn Blut erbrochen wird, sich im Stuhl Blut befindet oder der Stuhl schwarz gefärbt ist (Teerstuhl).
Hinweise: Talcid Kautabletten dürfen bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30ml/min) nur bei regelmäßiger Kontrolle der Magnesium- und Aluminium-Serumspiegel angewendet werden. Das Arzneimittel darf erst nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, bei einer erniedrigten Phosphatkonzentration im Blut (Hypophosphatämie). Zur Vermeidung einer Aluminiumbelastung des Kindes, dürfen Talcid Kautabletten während der Schwangerschaft nur kurzfristig angewendet werden. Es ist bekannt, dass Aluminiumverbindungen in die Muttermilch übergehen. Da jedoch nur sehr geringe Mengen aufgenommen werden, ist von einem Risiko für das Neugeborene nicht auszugehen. Bisher sind keine Berichte über schädliche Wirkungen von Hydrotalcit in der Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Es fehlen aber charakteristische Untersuchungen an Kindern, bei denen die Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit Hydrotalcit eingenommen haben. Da keine ausreichenden Erfahrungen zur Behandlung von Talcid Kautabletten bei Kindern unter 12 Jahren vorliegen, sollte das Arzneimittel bei dieser Altersgruppe nicht angewendet werden. Eine Anwendung mit Talcid Kautabletten sollte ohne ärztliche Untersuchung nicht länger als 2 Wochen andauern, da länger anhaltende und wiederkehrende Magenbeschwerden Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung (z.B. Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür) sein können. Es ist unbedingt erforderlich, einen Arzt sofort aufzusuchen, bei Auftreten von Teerstuhl, Blutbeimengungen im Stuhl oder Erbrechen von Blut. Werden Talcid Kautabletten über einen längeren Zeitraum eingenommen, sind kontinuierliche Kontrollen der Aluminumspiegel notwendig. Dabei sind 40 μg/l nicht zu überschreiten. Beim Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion und chronischer Einnahme hoher Dosen besteht die Möglichkeit eines erhöhten Magnesiumspiegels und einem Serum-Aluminiumspiegels. Werden hohe Dosen über einen längeren Zeitraum eingenommen und findet eine phosphatarme Ernährung (z.B. bei Fehl- oder Mangelernährung) statt, kann es zur Phosphatverarmung mit dem Risiko eines mangelhaften Einbaus von Mineralstoffen in das Eiweißknochengrundgerüst (Osteomalazie) kommen. Deshalb sollte bei Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion die Einnahme hoher Dosen über einen längeren Zeitraum vermieden werden. Durch Talcid Kautabletten kann die Aufnahme und die Wirksamkeit von anderen Arzneimitteln vermindert werden. Besonders hervorzuheben ist dies bei bestimmten Antibiotika (z. B. Tetracyclinen und Chinolonderivaten wie Ciprofloxacin, Ofloxacin und Norfloxacin) und bei Arzneimitteln, die die Herzkraft steigern (herzwirksame Glycoside). Darüber hinaus kann auch die Löslichkeit von Medikamenten beeinflusst werden, die mit dem Urin ausgeschieden (z.B. Salicylat oder Chinidin) werden. Daher sollten andere Arzneimittel generell 1 bis 2 Stunden vor oder nach der Einnahme von Talcid Kautabletten angewendet werden. Es ist zu beachten, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können. Werden Talcid Kautabletten gleichzeitig mit säurehaltigen Getränken (z. B. Obstsäfte, Wein) eingenommen, verursacht dies eine unerwünschte Steigerung der Aluminiumaufnahme aus dem Darm. Auch Brausetabetten enthalten Fruchtsäuren, die die Aluminiumresorption erhöhen können.
Nebenwirkungen: Bei einer hohen Dosierung von Talcid Kautabletten kann es zu breiigem Stuhl und erhöhter Stuhlfrequenz kommen. Bei Einhaltung der empfohlenen Dosierung, treten solche Erscheinungen jedoch selten auf. Bei Vorliegen einer stark eingeschränkten Nierenfunktion können magnesium- und aluminiumhaltige Medikamente wie Talcid Kautabletten einen erhöhten Magnesiumgehalt des Blutes (Hypermagnesiämie) und einen Anstieg der Serum-Aluminiumspiegel verursachen. Bei unzureichender Leistung der Nieren (Niereninsuffizienz) und bei Einnahme hoher Dosen über einen längeren Zeitraum, kann es zur Aluminiumeinlagerung vor allem in das Nerven- und Knochengewebe und zur Phosphatverarmung kommen. Darum ist es ratsam, bei unzureichender Nierenleistung und langfristiger Anwednung von Talcid Kautabletten die Aluminiumspiegel regelmäßig zu kontrollieren. Der ist zu kontaktieren, wenn unter der Behandlung mit Talcid Kautabletten Durchfälle auftreten. Gewöhnlich führte eine Verminderung der Dosis zu einer Verbesserung der Beschwerden. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn Nebenwirkungen beobachtet werden, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
Talcid Kautabletten sind in der Apotheke und Versandapotheke erhältlich.
Thema: Magen-Darm veröffentlich am Donnerstag, 18. September 2008
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