Der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) wird vorgeworfen, vertrauliche Patientendaten „illegal“ an das Privatunternehmen Healthways weitergeben zu haben, berichtet das ARD-Magazin „Report Mainz“.
Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um 200.000 Datensätze chronisch kranker Kassenmitglieder handelt, welche persönliche Gesundheitsinformationen enthalten. Im Rahmen eines Gesundheitsberatungsprogramms der DAK sollte Healthway mit den Patienten Kontakt aufnehmen.
Der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar warf der Krankenkasse in diesem Zusammenhang nun vor, dass es für diese Form der Datenweitergabe keine Rechtsgrundlage gebe. Nach Angaben des Report-Berichts, erfolgte die Beratung von wenigstens 40.000 Patienten aus Süddeutschland von einem Call-Center aus der Nähe von Berlin. Eine telefonische Beratung erfolgte nach dem US-Vorbild nicht durch Ärzte, sondern von Krankenschwestern und -pflegern.
Die DAK wies gegenüber „Report Mainz“ den Vorwurf des Datenschutzbeauftragten zurück. Nach Angaben der Krankenkasse, hätten die Mitglieder der Nutzung ihrer Daten zur Programmumsetzung schriftlich zugestimmt. Dies entspreche aber nicht der eigentlichen Vorgehensweise, so der Geschäftsführer von Healthways. Er habe die Daten (Name, Adresse, Diagnose sowie Krankenhaus- und Arzneimitteldaten) von der Krankenkasse ohne Einverständniserklärung der Patienten bekommen.
Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Dienstag, 19. August 2008
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