Alli Kapseln werden zur Reduktion des Gewichts, bei übergewichtigen Erwachsenen ab 18 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 28 oder darüber angewendet. Die Anwendung der Kapseln sollte unter Berücksichtigung einer fett- und kalorienreduzierten Ernährung erfolgen.
Jede Hartkapsel enthält den Wirkstoff Orlistat 60 mg. Dieser bewirkt, dass ungefähr 25 Prozent des Fettes aus den zugeführten Speisen nicht im Körper eingelagert werden. Dabei wirkt alli nur im Verdauungssystem. Zudem wird das überzählige Fett auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden. Durch die Wirkungsweise des Wirkstoffes können ernährungsbedingte Begleiterscheinungen auftreten. In den meisten Fällen treten diese innerhalb der ersten Wochen nach Behandlungsbeginn auf. Dies ist der Zeitraum, in dem der Fettanteil in der Ernährung vielleicht noch nicht entscheidend gemindert wurde. Daher können die ernährungsbedingten Begleiterscheinungen ein Anhaltspunkt dafür sein, dass die persönliche Fettobergrenze überschritten bzw. mehr Fett zugeführt wurde, als dies der Fall sein sollte. Zur Reduzierung dieser Begleiterscheinungen, sollte während der Anwendung von alli auf die Einnahme von fettreduzierten Mahlzeiten geachtet werden. Erst dann kann alli dazu beitragen, dass mehr Gewicht abgebaut wird als mit einer Diät allein. Dabei ist es möglich, für jeweils 2 kg Körpergewicht, welche mit Hilfe einer Diät verloren gehen, ein weiteres Kilogramm abzunehmen.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind die alli Kapseln zu den Mahlzeiten einzunehmen. Im Normalfall heißt dies, dass jeweils eine Kapsel zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen zugeführt wird. Dabei gilt es darauf zu achten, dass alle Mahlzeiten kalorien- und fettreduziert zubereitet wurden. Enthält die Mahlzeit kein Fett oder wird ein Mahlzeit ausgelassen, sind die Kapseln nicht zu verwenden. Dies ist einzuhalten, da alli nur wirken kann, wenn die Nahrung Fett enthält.
Zur Vorbereitung einer erfolgreichen Gewichtsabnahme ist der Anwendungstag von alli im Vorfeld zu wählen. Damit sich der Körper an die umgestellte Ernährung gewöhnen kann, sollte schon vor der ersten Einnahme der Kapsel eine fett- und kalorienreduzierte Diät begonnen werden. Zur Unterstützung empfiehlt sich das Führen eines Ernährungstagebuchs. Dadurch ist es zu jedem Zeitpunkt möglich, nachzuvollziehen, was und wie viel gegessen wurde.
Das Festlegen eines Zielgewichtes gehört ebenso zu den Vorbereitungsmaßnahmen für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme. Ein realistisches Ziel ist eine Reduktion des Gewichtes zwischen 5 bis 10 Prozent vom Ausgangsgewicht. Dabei kann die Gewichtsreduktion von Woche zu Woche sehr unterschiedlich sein. Das Gewicht ist allmählich und kontinuierlich um etwa 500 Gramm je Woche zu mindern.
Zusätzlich ist körperliche Aktivität ein wichtiges Element einer zufriedenstellenden Gewichtsabnahme. Deshalb sollten schon vor Beginn der Einnahme der alli Kapseln die Bewegungsgewohnheiten geändert werden. Zu einer erfolgreichen Reduktion des Gewichtes gehört auch, dass neue Gewicht zu halten. Dies setzt jedoch eine Umstellung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens voraus. Ein Arzt sollte im Vorfeld aufgesucht werden, wenn bisher keine oder nur wenig körperliche Betätigung stattgefunden hat.
Alli Kapseln dürfen nicht länger als 6 Monate eingenommen werden. Bleibt eine Gewichtsreduktion nach 3 Monaten aus, ist der Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen. Gegebenenfalls muss die Einnahme der Kapseln beendet werden.
Hinweise: Bei einer allergischen Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Orlistat oder einen der sonstigen Bestandteile, darf alli nicht angewendet werden. Ebenso dürfen die Kapseln nicht angewendet werden von Personen unter 18 Jahren und von schwangeren oder stillenden Frauen. Eine Einnahme darf ebenfalls nicht erfolgen bei Anwendung von Warfarin oder anderer Blutverdünnungsmittel. Auch bei Anwendung von Ciclosporin, z.B. nach einer Organtransplantation, bei schwerer rheumatoider Arthritis und bestimmten schweren Hauterkrankungen dürfen die Kapseln nicht eingenommen werden. Beim Vorliegen einer Cholestase (eine Erkrankung der Leber, bei der der Galleabfluss gestört ist) und einem chronischem Malabsorptionssyndrom (ungenügende Nährstoffaufnahme aus dem Verdauungstrakt ) und dieses vom Arzt diagnostiziert wurde, darf alli nicht angewendet werden. Besondere Vorsicht bei der Einnahme von alli ist erforderlich, bei einer Diabeteserkrankung. Der Arzt ist zu informieren, damit dieser gegebenenfalls die Arzneimittel gegen Diabetes anpassen kann. Alli Kapseln können die Wirkung von oralen Schwangerschaftsverhütungsmitteln (Pille) möglicherweise abschwächen oder aufheben, wenn eine starke Diarrhö (Durchfall) vorliegt. Daher sollten weitere schwangerschaftsverhütende Maßnahmen angewendet werden, falls ein schwerer Durchfall vorliegt. Da alli die Aufnahme einiger fettlöslicher Vitamine beeinflussen kann, sollte täglich ein Multivitaminpräparat eingenommen werden. Das Multivitaminpräparat sollte die Vitamine A, D, E und K enthalten. Damit die Vitamine vom Körper aufgenommen werden können, ist das Multivitaminpräparat vor dem Zubettgehen einzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt werden kein alli Kapseln eingenommen. Vor der Einnahme der alli Kapseln ist ein Arzt oder Apotheker aufzusuchen, wenn Amiodaron zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingenommen bzw. Acarbose zur Behandlung von Diabetes angewendet wird. Der Arzt oder Apotheker ist zu befragen, wenn alli angewendet wird und gleichzeitig Arzneimittel gegen Bluthochdruck einzunehmen sind, da möglicherweise die Dosierung angepasst werden muss. Ebenso ist der Arzt oder Apotheker zu befragen, wenn gleichzeitig Arzneimittel gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel eingenommen werden, da auch unter Umständen die Dosierung angepasst werden muss. Die empfohlene Dosis ist einzuhalten, auch wenn die Mahlzeit sehr fetthaltig ist. Bei Einnahme der Kapsel zu einer sehr fetthaltigen Mahlzeit steigt das Risiko ernährungsbedingter Begleiterscheinungen. Daher sollte während der Einnahme von alli auf Mahlzeiten mit hohem Fettanteil verzichtet werden. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf alli nicht eingenommen werden. Bisher wurden keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beobachtet.
Nebenwirkungen: Viele mit der Einnahme von alli häufig auftretenden Nebenwirkungen (z. B. Blähungen mit und ohne öligem Austritt, plötzlicher oder vermehrter Stuhldrang und weicher Stuhl) sind auf den Wirkmechanismus zurückzuführen. Bei einer fettreduzierten Ernährung, können die ernährungsbedingten Begleiterscheinungen besser kontrolliert werden. Bei der Einnahme von alli können schwere allergische Reaktionen; wie schwere Atemnot, Schweißausbrüche, Juckreiz, Hautausschläge, Gesichtschwellungen, Herzrasen, Kreislaufzusammenbruch; auftreten. Beim Auftreten dieser schwerwiegenden Nebenwirkungen ist die Einnahme der Kapseln zu beenden. Gleichzeitig ist der Arzt sofort aufzusuchen. Andere schwerwiegende Nebenwirkungen sind: rektale Blutungen; Divertikulitis (Entzündung des Dickdarms) mit möglichen Symptomen wie Schmerzen im unteren Magenbereich (Abdomen), insbesondere auf der linken Seite, möglicherweise mit Fieber und Verstopfung; Bläschenbildung auf der Haut (inklusive aufplatzende Bläschen); starke Schmerzen im Oberbauch infolge von Gallensteinen; Hepatitis (Entzündung der Leber) mit möglichen Symptomen wie Gelbfärbung von Haut und Augen, Juckreiz, Bauchschmerzen und druckempfindlicher Leber. In diesen Fällen ist die Einnahme der Alli Kapseln zu beenden. Der Arzt ist zu informieren, wenn eine dieser Nebenwirkungen auftritt. Sehr häufig kann es zum Auftreten folgender Nebenwirkungen kommen: Blähungen (Flatulenz) mit und ohne öligem Austritt, plötzlicher Stuhldrang, weicher Stuhl, fettiger oder öliger Stuhl. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn sich eine dieser Nebenwirkungen verstärkt oder das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt. Auch kann es zum Auftreten folgender häufiger Nebenwirkungen kommen: Magen-(Bauch-)schmerzen, Inkontinenz (Stuhl), wässriger/flüssiger Stuhl, vermehrter Stuhldrang und Beklemmungen. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn sich eine dieser Nebenwirkungen verstärkt oder das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt. Darüber hinaus können Alli Kapseln Auswirkungen auf die Ergebnisse von Blutuntersuchungen haben, wodurch es zu einer Erhöhung von bestimmten Leberenzymwerten kommen kann. Gleichzeitig bestehen Auswirkungen auf die Blutgerinnung bei Patienten, die Warfarin oder andere blutverdünnende (antikoagulierende) Arzneimittel einnehmen. Der Arzt ist zu informieren, wenn alli eingenommen wird und Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt oder Nebenwirkungen bemerkt werden, die nicht in der Gebrauchsinformation angegeben sind.
Alli Kapseln sind in der Apotheke und Versandapotheke erhältlich.
Thema: Abnehmen veröffentlich am Montag, 22. Juni 2009
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