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H1N1: Schweinegrippe grassiert nun auch in Deutschland

Die Zahl der neuen H1N1-Infektionen steigt nun auch in Deutschland an. Wegen des Urlaubsreiseverkehrs rechnet das Robert-Koch-Institut sogar mit einer starken Zunahme der Schweinegrippe-Fälle. Es wird von 400 bis 600 Neuerkrankungen pro Tag ausgegangen. Bisher ist die Zahl der Infizierten auf mehr als 3.800 angestiegen (Stand: 27. Juli).

Der enorme Zuwachs der Schweinegrippe-Fälle in Deutschland wird durch die größere Zahl an Infizierten und Erkrankten verursacht, welche wiederum mehr Menschen anstecken. Hinzu kommt die Reisesaison: Die momentane Zunahme der H1N1-Infizierten rührt von den Reiserückkehrern her. Demnach wurden bei 75 bis 80 Prozent der Heimkehrer aus dem Urlaub die neue Influenza diagnostiziert. Besonders von Urlaubsrückkehrern aus Spanien wird der Anstieg hauptsächlich verursacht, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Einige Experten sehen dies hauptsächlich in dem Verhalten der jüngeren Urlauber begründet - wie der gemeinschaftliche Gebrauch von Trinkgefäßen sowie der Besuch von dicht gedrängten Diskotheken. „Generell gilt: Viele Menschen auf engem Raum sind immer eine Möglichkeit, sich anzustecken“, so Jörg Hacker, Präsident des RKI.

Bisher sei der Epidemieverlauf in Deutschland mild verlaufen, so der Gesundheitssekretär Klaus Theo Schröder und der Präsident des Robert-Koch-Instituts Jörg Hacker. Viele Erkrankte seien zudem nach maximal einer Woche wieder genesen, Todesfälle gab es in Deutschland noch nicht. Dagegen schätzt der Katastrophenschutzexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Reichenbach, dass es angesichts der Ansteckungsgefahr bald zur Absage von Großveranstaltungen kommen könnte. Nach Aussage des RKI-Chefs gibt es keinen Grund, Großveranstaltungen zum jetzigen Zeitpunkt wegen der Schweinegrippe abzusagen. Dies sei erst erforderlich, wenn ein Großteil der Infektionen nicht mehr eingeführt, sondern in Deutschland entstehen würde, so der RKI-Präsident.

Ob diese Aussage auch noch in den nächsten Monaten gelte, ist heute jedoch noch nicht vorherzusagen. Daher weist die WHO auf Hygienemaßnahmen hin, wie sich jeder Einzelne vor dem H1N1-Virus schützen kann: Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife, die Meidung von großen Menschenansammlungen sowie das Unterlassen enger Kontakte mit Erkrankten. Da das Virus durch Husten und Niesen ausgeschieden wird, sollte „hygienisch“ in den Ärmel gehustet bzw. geniest werden, um die Hände nicht zu kontaminieren. Darüber hinaus ist es sehr wichtig zu vermeiden, dass Augen, Nase und Mund mit den Händen berührt werden.

Dabei ist das Verhalten der Menschen maßgeblich dafür verantwortlich, wie sich die Situation in der nächsten Zeit entwickelt. Greifen die Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen nicht, ist in Deutschland mit weiteren rasch steigenden Neuinfektionen zu rechnen. Dann sind auch hierzulande schwere Verläufe der Krankheit möglich, wie dies bereits in Großbritannien der Fall sei. Bisher sind 31 Menschen in Großbritannien gestorben, nachdem sie sich mit der Schweinegrippe angesteckt hatten. Viele von ihnen waren durch Vorerkrankungen geschwächt. Nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC gibt es in Europa über 19.000 Fälle von Schweinegrippe. Weltweit haben sich mehr als 132.000 Menschen angesteckt, von denen bisher etwa 800 Menschen an der Grippe gestorben sind.

Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Dienstag, 28. Juli 2009

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