Für die im Herbst geplante Impfung gegen die sogenannte Schweinegrippe, haben die Bundesländer bereits 50 Millionen Impfdosen geordert. Das soll für 30 Prozent der Bevölkerung reichen. Die bestellten Dosen kosten zunächst rund 700 Millionen Euro. Dagegen müssten zum Schutz der Gesamtbevölkerung zwei Milliarden Euro aufgewendet werden.
Mit der Bestellung des Impfstoffes für zunächst 30 Prozent der Bevölkerung, orientieren sich die Gesundheitsminister der Länder an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach sollen besonders solche Personengruppen geimpft werden, die am stärksten gefährdet sind. Dazu zählen vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen, da sie direkten Kontakt zu Grippe-Infizierten und zu Menschen mit Vorerkrankungen haben. Aber auch für Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr und Justizvollzugsanstalten sind Impfstoffdosen gegen die Schweinegrippe vorgesehen. Da auch chronisch Kranke und Schwangere durch die Neue Influenza A(H1N1) gefährdet sind, steht auch für diese Gruppen der Impfstoff zur Verfügung. In Abhängigkeit von der epidemischen Lage oder des Erkrankungsverlaufes, werden die einzelnen Länder über die Beschaffung weiterer Impfdosen entscheiden, um bei Bedarf die gesamte Bevölkerung impfen zu können.
Dabei steht der Impfstoff gegen die Schweinegrippe zurzeit aber noch gar nicht zur Verfügung. Er wird noch entwickelt und soll Ende September bereitgestellt werden. Die freiwillige Impfung soll dann im Oktober starten. Der Virologe Alexander Kekule von der Universität Halle-Wittenberg geht sogar davon aus, dass erst im November oder vielleicht noch später in Deutschland geimpft wird. Zudem dürfe der Impfstoff auch erst dann freigegeben werden, wenn es keinerlei Sicherheitsbedenken mehr gebe, so Keiji Fukuda, Leiter der WHO-Grippe-Abteilung.
Damit die Menschen auch rechtzeitig gegen das Influenza-Virus geimpft werden können, sieht die Pandemieplanung von Bund und Ländern einen öffentlichen Aufruf zur Impfung vor. Ebenso ist es möglich, dass die gesetzlichen Krankenkassen chronisch Kranke über die stattfindende Schutzimpfung benachrichtigen. Aber gerade darin liegt die Problematik: Die Informationen zu Chronikern dürfen von den Krankenversicherern nicht einfach genutzt werden, da die Sozialdaten besonders geschützt sind.
Dagegen werden die Impfkosten von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. „Es gibt keine Problematik bei der Finanzierung“, so Klaus Theo Schröder (SPD), Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Demnach könnten die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) infolge eines finanziellen Überschusses von rund einer Milliarde Euro im laufenden Haushaltsjahr die Kosten übernehmen. Auf der anderen Seite warnen die Kassen, dass die Impfkosten im Gesundheitsfonds bisher nicht einkalkuliert sind. Bei einer höheren Belastung des Fonds, würde wiederum das Risiko für die Krankenkassen entstehen, Zusatzbeiträge von den Versicherten verlangen zu müssen.
Unterdessen breitet sich das Virus in Deutschland weiter aus. Innerhalb eines Tages stieg die Zahl der Infizierten auf etwa 4.500 (Stand: 28.Juli).
Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Donnerstag, 30. Juli 2009
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