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Schweinegrippe-Impfung startet: Verunsicherung bleibt

Bundesweit beginnt die Großimpfung gegen die Schweinegrippe am 26. Oktober. Die Impfkampagne wird jedoch von heftigen Diskussionen begleitet, da bekannt wurde, dass Bundeswehr und Politiker einen „speziellen“ Impfstoff erhalten.

So hatte die Bundeswehr einen Impfstoff ohne Konservierungsstoffe und Wirkungsverstärker geordert. Dies führte in den vergangenen Wochen zu vielen Diskussionen bei den Bürgern. Zudem wurde heftige Kritik an den geplanten Politiker-Impfungen mit einem besonderen Wirkstoff geübt. Diese Vorgehensweise verunsicherte die Bundesbürger so sehr, dass sie immer mehr den Eindruck gewannen, Patienten zweiter Klasse zu sein.

Aber auch Gesundheitsexperten und Mediziner kritisierten die geplante Impfpraxis. „Großes Risiko fürs Volk, kleines Risiko für die Regierung. Diese Art von Zweiklassenmedizin darf es in einer Demokratie nicht geben“, so die Grünen-Gesundheitsexpertin Biggi Bender. Ähnlich äußerte sich auch der Chef des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der Universität Bonn, Martin Exner: „Dass Politiker und Spitzenbeamte in Ministerien mit einem anderen Impfstoff geimpft werden als die Bevölkerung, ist ein verheerendes Zeichen. Gerade Politiker müssen diejenigen sein, die das, was sie empfehlen, auch für sich selbst in Anspruch nehmen.“

Dagegen wies der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die aufkeimende Kritik zurück, dass für Regierungsmitglieder und die Bundeswehr ein anderer Impstoff gegen die Schweinegrippe zur Verfügung steht. „Das Verteidigungsministerium hat für die Soldaten Impfstoffe bestellt, und von denen soll auch ein Teil der Mitarbeiter in der Verwaltung, der für Krisenstäbe benötigt wird, geimpft werden können“, sagte der CDU-Politiker am 19. Oktober 2009 im Bayerischen Rundfunk. Die Gründe, warum zweierlei Impfstoffe bestellt worden seien, sind ihm nicht bekannt. Ebenso lehnte er die Darstellung ab, dass eine Bevorzugung von Politikern vorgesehen sei.

Inzwischen haben die Länder Impfstoffe ohne die umstrittenen Wirkungsverstärker und Konservierungsstoffe bestellt. Die Menge werde „bedarfsgerecht“ sein, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz. Möglich sei auch, dass ein Teil der bereits bestellten 50 Millionen Dosen des Impfstoffes ohne Verstärker geliefert werde. Auch gehe er von einer begrenzten Anzahl von Menschen aus, welche aus medizinischen Gründen ein Impfstoff ohne Verstärker gespritzt bekommen. Dies könnten etwa Schwangere oder „Personen mit besonderen Empfindlichkeiten“ sein. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass die Entscheidung letztlich immer der Arzt selbst treffe. Eine Empfehlung gebe es nicht.

Thema: www Gesundheit-Nachrichten veröffentlich am Freitag, 23. Oktober 2009

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